Aaskrähe, Elster und Eichelhäher                                           

Interspezifische Wechselwirkungen
Die einzelnen Rabenvogel-Arten stehen sowohl untereinander als auch mit anderen Gliedern ihres Lebensraumes in mannigfaltiger Weise in Wechselbeziehungen. Die Bestandsdichten der Elster werden durch Raumkonkurrenz und Prädation von der Aaskrähe beeinflußt, während vermutlich beide - zumindest in städtischen Räumen - das Verteilungsbild des Eichelhähers beeinflussen. Das Verteilungsbild der Aaskrähe wird mehr durch die Qualität des Lebensraums bestimmt, doch gibt es eine gewisse Nistplatzkonkurrenz mit der Elster, die mit der unterschiedlichen Toleranz beider Arten dem Menschen gegenüber zusammenhängt.

Rabenvögel, ihre Nestlinge und Gelege, sind Beute einer Vielzahl von Prädatoren. Es gibt Hinweise, daß das Verteilungsbild von Elstern und Aaskrähen z.B. durch das Auftreten von Habichten beeinflußt wird. Corviden sind wichtige Nistplatzbereiter für eine Vielzahl seltener Vogel- und Säugerarten, die selbst keine Nester bauen, z.B. Baumfalke und Waldohreule.

Rabenvögel sind Allesfresser (Generalisten) mit einem sehr hohen Anteil Wirbelloser in der Nahrung. Wo sie Gelegenheit dazu finden, räubern sie auch Gelege anderer Vogelarten aus. Dies ist Teil der natürlichen Auslesevorgänge. Eine daraus resultierende Bestandsbedrohung der Beuteorganismen wurde bisher in keinem Fall nachgewiesen. Alle Beuteorganismen haben sich auf die Prädation durch Beutegreifer (u.a. Corviden) im Laufe ihrer Coevolution mit z.T. unterschiedlichen Strategien erfolgreich angepaßt.

Wenn im Gefolge der massiven Umgestaltung der Landschaft Fälle auftreten, in denen Rabenvögel dadurch geschwächte Populationen anderer Arten weiter dezimieren, dann vollenden die Rabenvögel sozusagen das Werk anderer; denn als Generalisten würden sie die Suche nach selten gewordener Beute aufgeben, wenn diese ihnen nicht unnatürlich leicht erreichbar geworden wäre. Allerdings wurden und werden auch die Bestände der Rabenvögel durch die Landschaftsveränderungen deutlich reduziert bzw. haben sich in andere Lebensräume verlagert.

 

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