Rabenvögel verhindern die Wiedereinbürgerung gefährdeter Arten in ihre angestammten Lebensräume

 

Vor der Wiedereinbürgerung gefährdeter Arten muß genauestens die Tragfähigkeit des Lebensraumes für diese Arten geprüft werden. Hierzu gehört neben einer genauen Analyse der Beutegreifer-Populationen vor allem die Überprüfung hinsichtlich der Erfüllbarkeit der spezifischen Anforderungen der wiedereinzubürgernden Art an den Lebensraum. Wenn die Situation erfolgversprechend ist, kann in Zusammenhang mit weiteren lebensraumverbessernden Maßnahmen auch lokal begrenzte und zeitlich befristete Eingriffe in die Population der Rabenvögel ins Auge gefasst werden, unter Beachtung verschiedener Bedingungen: Es müssen wirklich hohe Rabenvogel-Bestände vorkommen, die damit eine potentielle Gefahr für die lebensraumunerfahrenen Neubürger" darstellen können. Das Bestandsmanagement muß auf alle vorkommenden Beutegreifer, die potentielle Prädatoren der wiedereinzubürgernden Art sind, ausgedehnt werden. Diese Eingriffe müssen so weiträumig erfolgen, daß ständiger Zuzug aus Nachbarrevieren ausgeschlossen werden kann und sie muß so effektiv sein, daß eine Reduzierung der Prädationswirkung auch wirklich gegeben ist. Die Tötung von Prädatoren darf erst erfolgen, wenn alle anderen Maßnahmen in der Anfangsphase nicht zu einem entsprechenden Erfolg geführt haben. 
Unmittelbar nach Ende der Eingriffe wird ein rascher Zuzug der Prädatoren in des Gebiet erfolgen bzw. werden noch bestehende Populationen wieder auf die Kapazität ihres Lebensraumes anwachsen. Dies kann gravierende Auswirkung auf die Populationen der Neubürger haben, bei ungenügender Habitatqualität und auch dann wenn diese u.U. die natürlichen Feindvermeidungsstrategien ihrer Art nicht mehr oder noch nicht ausgebildet haben. Schließlich ist die Entfernung der Beutegreifer ein extrem unnatürlicher Zustand, der einen der wichtigsten Regulationsmechanismen der Evolution außer Kraft setzt, Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem zur Folge hat und auch die Beutetierpopulationen der Gefahr aussetzt, durch das Überleben eigentlich "untauglicher" Individuen langfristig dem Überlebenskampf in der Natur nicht gewachsen zu sein.
 
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