|
Der mitteleuropäische Aaskrähenbestand setzt sich aus zwei Sozietäten zusammen, den territorialen Brutpaaren und den lockere Schwärme bildenden Nichtbrütern.
Das Verhältnis von Brütern zu Nichtbrütern variiert in verschiedenen Untersuchungsgebieten.
Die Nichtbrüter übernehmen wichtige Funktionen bei der Begrenzung der Populationsdichte:
zum Einen stören sie Brutpaare beim Brutgeschäft, so daß bei einer hohen Zahl an umherstreifenden Nichtbrütern der Bruterfolg sinkt. Zum Anderen
können F1-Nachkommen ihren Eltern bei der Verteidigung deren Reviers und sogar bei der Aufzucht helfen, bis sie sich selbst ein Revier erobern
können, dann teilweise mit Unterstützung ihrer Eltern.
Außerhalb der Fortpflanzungszeit nach Auflösung der Familien und der Dismigration der Jungen, aber v.a.
während der Wintermonate, verändern die Krähen ihr Sozialverhalten. Es kommt zur Bildung von Schlafplatzgesellschaften mit bis zu
über 100 Individuen. Solche großen Ansammlungen an Schlafplätzen, aber auch in ergiebigen Nahrungsgebieten und zwar v.a. in den
Überwinterungsgebieten tauschen eine allgemeine Bestandszunahme vor. Vielfach handelt es sich aber bei den winterlichen Nebelkrähenbeständen um Wintergäste aus
nordöstlichen Populationen.
|